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Entwicklungsgeschichte
Die Geschichte der aufgeladenen Motoren ist fast so alt
wie die der Verbrennungsmotoren selbst. Der Schweizer Ingenieur
Alfred Buchi erhielt 1905 ein Patent auf einen Verbundmotor, bei dem
der Lader und die Turbine mechanisch an den Motor gekoppelt waren.
Er bekam 1915 ein weiteres Patent für die erste freilaufende
Abgasturboladergruppe. Dieser Erfindung liegen Erfahrungen von 1905
zugrunde.
Der erste aufgeladene Motor entstand 1910. Es war ein
Zweitakt-Umlauf-Motor und wurde von Murray-Willat gebaut. Durch die
Aufladung ergab sich die Möglichkeit, bei Flugzeugmotoren die
Leistungseinbußen infolge der abnehmenden Luftdichte in
größeren Höhen zu kompensieren.
Im Jahre 1921 baute Daimler den ersten serienmäßigen
Kompressorwagen. Die Aufladung erfolgte mittels eines mechanisch
angetriebenen Roots-Gebläse. Wegen der Klopfgefahr erfolgte der
Antrieb über eine Kupplung, die das Roots-Gebläse erst bei
höheren Motordrehzahlen zuschaltete. Die ersten Einsätze von
Kompressorwagen erfolgten bei Automobilrennen. Durch ihre vielen
Rennerfolge, insbesondere in den 20er und 30er Jahren, wurden die
aufgeladenen Motoren weltweit berühmt.
Im Jahre 1938 wurde der erste Nutzfahrzeug-Dieselmotor mit
Abgasturboaufladung von der Schweizer Maschinenfabrik "Saurer" gebaut.
Erst 1962 wurde von "General Motors" im "Chevrolet Corvair Monza"
und "Oldsmobile Jetfire" die ersten Serien-PKWs mit Abgasturboaufladung
ausgestattet. Der erste turboaufgeladene PKW-Dieselmotor wurde 1978
von "Daimler-Benz" im "300 SD" eingebaut.
Durch die Abgasturboaufladung werden die Schwächen der
Dieselmotoren wie träger Drehzahlaufbau und geringe Leistung
bei kleinem Hubraum beseitigt. Der Dieselmotor wird durch die
Turboaufladung für den PKW-Bau immer interessanter. Gründe
hierfür sind Leistungssteigerung und ein geringer spezifischer
Kraftstoffverbrauch. In den letzten Jahren kamen auch verstärkt
Benzinmotoren mit Abgasturbo in Serie auf den Markt.
Auch hier überwiegen die Vorteile:
hohe Leistung bei kleinem Hubraum
geringe Baugröße für enge Einbaubedingungen
größeres Drehmoment bei geringen Drehzahlen
geringere Geräuschentwicklung
spezifisch günstiger Kraftstoffverbrauch
Hinzu kommen die ökologisch günstigeren Abgas-Emissionswerte.
In Zukunft werden vermehrt Turbolader entwickelt, die eine variable
Turbinen-Geometrie besitzen, wodurch der Drehmomentverlauf und das
Ansprechverhalten noch weiter verbessert werden. Desweiteren werden
die Geleitlager, die in heutigen Turboladern Verwendung finden,
durch neuentwickelte Kugellager ersetzt, durch die ein höherer
Wirkungsgrad erzielt werden wird.
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